Die Methode

Die Achtung der Menschenrechte ist eine wichtige Grundlage einer funktionierenden Gesellschaft und die Schaffung von Aufmerksamkeit an deren Basis ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Menschenrechtsbildung. Die Unitas-Stiftung und ihre Partner ermöglichen durch ihr Model International Criminal Court (MICC) Programm einen wirkungsvollen Unterricht zum Thema Menschenrechte, der die Teilnehmenden dazu ermutigt, historische Menschenrechtsfälle in einem rechtlichen Rahmen zu diskutieren. Dies wird durch die Organisation mehrtägiger MICC Jugendaustausche sowie durch die Durchführung lokaler MICC Courses erreicht. Des Weiteren führen wir Trainings für Lehrkräfte durch, die die Methode innerhalb oder außerhalb des Klassenunterrichts anwenden wollen. Die Aktivitäten werden sowohl in Estland als auch auf internationaler Ebene realisiert auf Estnisch, Englisch und Russisch sowie hoffentlich anderen Sprachen, sobald sich das MICC Netzwerk ausweitet.

MICC ist eine aktive Lernmethode, die durch die Kreisau-Initiative entwickelt wurde. Sie bedient sich prominenter Fälle der schlimmsten Konflikte der modernen Welt und wendet sie im Kontext der Prinzipien des internationalen Strafrechts, insbesondere des Römischen Statuts, an. Während der Simulation erfahren die Teilnehmenden reale Geschehnisse als Staatsanwaltschaft, Verteidigung oder RichterInnen. Der Fokus liegt auf den Abschlussplädoyers historischer Fälle, die vor Internationalen Gerichten verhandelt wurden, wie beispielsweise in den Nürnberger Prozessen, dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY), dem Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda (ICTR) und dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (ECHR).

Die MICC Methode wurde entworfen, um das Bewusstsein über Menschenrechte und Vorfälle ihrer massiven Verletzung in der Vergangenheit zu schärfen, aber auch um über Völkerstrafrecht zu informieren und zu diskutieren, auf welche Art und Weise die internationale Gemeinschaft mit derart schweren Verbrechen umgeht. Folglich fördert sie die Rechtsstaatlichkeit und zivilgesellschaftliches Engagement. Durch gemeinsames Lernen und Simulieren von Verhandlungen fördert sie auch die Fähigkeiten der Teilnehmenden im Zusammenhang mit kritischem Denken, Sprache, Kommunikation, Teamwork und öffentlichem Sprechen.

Die Unitas-Stiftung arbeitet daran, die Methode der Jugend durch ihr MICC Goes 2 Schools Projekt nahezubringen  und war an der Organisation von zwei vollständigen MICC Jugendaustauschen beteiligt.